Die Deutschen – Zitate über ein merkwürdiges Volk

Man sollte mal was probieren. Heute sind die Leser gefragt. Bitte bringt originelle, d.h. etwas unbekannte (nicht „Denk ich an…“) Zitate über die Deutschen (die es ja bald nicht mehr in dieser Art geben wird) mit aktuellem Bezug. Randbedingung: Die Zitierten müssen tot – möglichst schon lange tot sein und: in der Kürze liegt die Würze! Ich fang mal an:


Der Deutsche gleicht dem Sklaven, der seinem Herrn gehorcht ohne Fessel, ohne Peitsche, durch das bloße Wort, ja durch einen Blick. Die Knechtschaft ist in ihm selbst, in seiner Seele; schlimmer als die materielle Sklaverei ist die spiritualisierte. Man muss die Deutschen von innen befreien, von außen hilft nichts.  Heinrich Heine (1787-1856) 


„Es gibt kein gutmütigeres, aber auch kein leichtgläubigeres Volk als das deutsche. Zwiespalt brauchte ich unter ihnen nie zu säen.

Ich brauchte nur meine Netze auszuspannen, dann liefen sie wie ein scheues Wild hinein. Untereinander haben sie sich gewürgt, und sie meinten ihre Pflicht zu tun. Törichter ist kein anderes Volk auf Erden.

Keine Lüge kann grob genug ersonnen werden: die Deutschen glauben sie. Um eine Parole, die man ihnen gab, verfolgten sie ihre Landsleute mit größerer Erbitterung als ihre wirklichen Feinde.“ Napoleon I. (Napoleon Bonaparte) (1769-1821) 

Wir mir ein treuer Leser geschrieben hat, stammt das nicht von Napoleon: Dieses bekannte Zitat wurde Napoleon von Joseph Görres aus propagandistischen Gründen untergeschoben. Es erschien im Mai 1814 in der von Görres herausgegebenen Zeitung Rheinischer Merkur in den Ausgaben Nr. 51, 52, 54, 56, 61 und sollte mithelfen, die deutschen Leser sowohl gegen die französische Knechtschaft zu empören, als auch den Deutschen im allgemeinen ihre Schwächen, ausgesprochen aus dem Munde ihres Besatzers, drastisch vorhalten. Noch bis heute wird das Zitat oftmals als von Napoleon stammend angesehen.

Der Rhein ist natürlich langweilig, die Weinberge sind steif und öd und, soweit ich es beurteilen kann, die Deutschen sämtlich Amerikaner. Oscar Wilde (1854 – 1900)


Eine gefährliche Schwäche der Deutschen besteht in ihrer Unfähigkeit, dreiste Schwindler rechtzeitig als Feinde zu erkennen, besonders wenn sie sich als Freunde ausgeben. Wilhelm Schwöbel (1920 – 2008)


Es ist gewiss etwas sehr Charakteristisches in dem Deutschen, ein paar Erfahrungen sogleich in ein System zu ordnen, dieses tut der Engländer nicht. Georg Christoph Lichtenberg (1742 – 1799)


Deutsch sein heißt vielen: amerikanisch, englisch, französisch oder japanisch – aber um alles in der Welt nicht deutsch sein! Otto von Leixner(1847 – 1907)


Es ist und bleibt die deutsche Art, zu streiten um des Kaisers Bart. Daniel Sanders (1819 – 1897)

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43 Kommentare zu Die Deutschen – Zitate über ein merkwürdiges Volk

  1. ritterfräulein sagt:

    Fühlen wir uns hier durch diese Zitate nicht alle ein bischen ertappt ?

  2. MichaelJ sagt:

    Genug! Genug gelästert, genug gejammert über die Lästerer!

    Also ich für meinen Teil habe die Wahl getroffen!

    1. Platz: Schöbel

    2.Platz: Tucholsky & Ossietzky (egal wer, egal was)

    ansonsten: Fuck ju Göte, fuck ju Schiller

    Und was den Bonaparte angeht: ist es nicht geradezu peinlich, wenn ein Deutscher glaubt, einen Franzmann madig machen zu wollen, mit etwas, was das „teutsche Volk“ alles andere als wahrheitswidrig in den Schmutz zieht? Der Gute kann doch nur geistig verwirrt sein. Wir sollten die „Wahrheit über uns“ besser beiNapoleon als Herausgeber belassen. Sonst pinkeln wir uns freiwillig ans eigene Bein.

    • MichaelJ sagt:

      Ein Zitat möchte ich dennoch beigesteuert haben hier. Zumal es von einem kommt (oder kommen soll), den das deutsche Volk heiß und inniglich geliebt und verehrt hat, nicht alle, aber die Meisten. Bis zum bitteren Ende, das leider nicht ganz so ausfiel, wie von ihm gewünscht.

      „Das Deutsche Volk hat nicht verdient zu überleben“

      Adolf H. (kurz vor Blondies, Evas und seinem eigenen Ableben),

      Ob er Schiller zitiert hat, ist nicht überliefert, hätte aber gepasst:
      Gewährt mir die Bitte, in eurem Bunde der Dritte!

  3. Bill sagt:

    wie wäre es damit:
    Deutscher sein, heisst ein Ding um seiner selbst willen zu tun

  4. volker mothes sagt:

    Denke das Unmögliche und du kommst der Wahrheit am nächsten. Che
    Wer nichts weiß muss alles glauben. Ebner- Eschenbach
    Ein Politiker teilt die Menschheit in 2 Klassen ein: Werkzeuge und Feinde. Nietzsche
    Der neue Faschismus wird nicht sagen :Ich bin der Faschismus . Er wird sagen : Ich bin der neue Antifaschismus. Silone
    und nun noch Maas, es geht nicht anders: In wehrhaften Demokratien gilt: keine Freiheit den Feinden der Freiheit.

    Ihre Seite ein Leuchtturm inmitten dummdreisten Gelabels

  5. Boro sagt:

    Mein Volk, dem ich angehöre und das ich liebe, ist das deutsche Volk, und meine Nation, die ich mit grossem Stolz verehre, ist die deutsche Nation, eine ritterliche, stolze und harte Nation.

    Ernst Thälmann- Kassiber an einen Mitgefangenen in Bautzen 1944

    —-https://www.flickr.com/photos/mamoe/468540921

    Lese schon länger mit- aber bei dem Thema und den überwiegend defätistischen Zitaten zu meinem Volk muss ich auch mal eine Kommentar platzieren.
    Ansonsten DANKE für Deine Arbeit Alter Mann– bitte weitermachen und Dank den Kommentaren für die interessanten und lebendigen Kommentarstränge.

  6. Susi Sorglos sagt:

    Wer nie Deutsch gelernt hat, macht sich keinen Begriff, wie verwirrend diese Sprache ist. Es gibt ganz gewiss keine andere Sprache, die so unordentlich und systemlos daherkommt und dermaßen jedem Zugriff entschlüpft. Aufs Hilfloseste wird man in ihr hin und her geschwemmt, und wenn man glaubt, man habe endlich eine Regel zu fassen bekommen, die im tosenden Aufruhr der zehn Wortarten festen Boden zum Verschnaufen verspricht, blättert man um und
    liest: „Der Lernende merke sich die folgenden Ausnahmen .“ Man überfliegt die Liste und stellt fest, dass es mehr Ausnahmen als Beispiele für diese Regel gibt.
    (Mark Twain: Die schreckliche deutsche Sprache)
    http://www.tufs.ac.jp/ts/personal/narita/schreckliche_dt_Sprache.pdf

  7. palina sagt:

    Zu der Verschuldung des Staates:
    Der Staatshaushalt muss ausgeglichen sein. Die öffentlichen Schulden müssen verringert werden. Die Arroganz der Behörden muß gemäßigt und kontrolliert werden. Die Zahlungen an ausländische Regierungen müssen verringert werden, wenn der Staat nicht bankrott gehen soll.
    Marcus Tullius Circero, 55 c. Chr.

  8. Erich sagt:

    Die ganzen Kommentare in ihrer Ausführlichkeit zu lesen wurde mir zu viel!! Erinnert Euch doch einfach an das Sommermärchen 2006!! oder“ Die Welt zu Gast bei Freunden! „1972 ( nicht Dauerbewohner!)
    Zitat von mir: Der “ Deutsche “ ist in seinem Herzen ein gastfreundlicher und fröhlicher Mensch, wenn man ihn denn läßt!

  9. osthollandia sagt:

    In Deutschland kann es keine Revolution geben, weil man dazu den Rasen betreten müßte.

    Josef Wissarionowitsch Stalin, sowjetischer Politiker, * 18.12.1878, † 05.03.1953

  10. osthollandia sagt:

    Die ganze Entwicklung der radikalen Verhältnisse in Deutschland, das, was man im Ausland Nationalismus nennt, hat seine tiefste Wurzeln in der Politik, die Deutschland gegenüber getrieben worden ist.

    Gustav Stresemann, deutscher Politiker, * 10.05.1878, † 03.10.1929

  11. Fassungsmeier sagt:

    Wir Deutschen sind im Ertragen von Langeweile ungemein stark und äußerst abgehärtet gegen Humorlosigkeit. [B. Brecht]

    Es kann doch kein Deutscher einen Schuh zuschnallen, der es nicht von einer fremden Nation gelernt hat. [J. W. v. Goethe]

    Mutter Germania gebar in legitimer Ehe mit dem Geist der Zeit drei Söhne: den Konfektionsreisenden, den Oberlehrer und den Radfahrer. [E. Mühsam]

  12. Horst Kietzmann sagt:

    „Wenn einer bei uns einen guten politischen Witz macht, dann sitzt halb Deutschland auf dem Sofa und nimmt übel.“
    ―Kurt Tucholsky
    „Ich wüsste kein Land, in dem so viele Verantwortliche und Funktionsträger mit so großer Lust so schlecht, so negativ über das eigene Land sprechen, wie das bei uns in Deutschland geschieht. Das bleibt nicht ohne Folgen.“
    ―Johannes Rau
    „Hat mich die Erfahrung gelehrt, dass man, besonders in Deutschland, vergebens Mehrere zu einer Absicht zusammenruft.“
    ―Johann Wolfgang von Goethe

  13. „Man hat die Deutschen entweder an der Gurgel oder zu Füßen.“ – Winston Churchill:

  14. Pjotr56 sagt:

    Die andere Möglichkeit
    Wenn wir den Krieg gewonnen hätten,
    mit Wogenprall und Sturmgebraus,
    dann wäre Deutschland nicht zu retten
    und gliche einem Irrenhaus

    Man würde uns nach Noten zähmen
    wie einen wilden Völkerstamm.
    Wir sprängen, wenn Sergeanten kämen,
    vom Trottoir und stünden stramm.

    Wenn wir den Krieg gewonnen hätten,
    dann wären wir ein stolzer Staat.
    Und pressten noch in unsern Betten
    die Hände an die Hosennaht.

    Die Frauen müssten Kinder werfen,
    Ein Kind im Jahre. Oder Haft.
    Der Staat braucht Kinder als Konserven.
    Und Blut schmeckt ihm wie Himbeersaft.

    Wenn wir den Krieg gewonnen hätten,
    dann wär der Himmel national.
    Die Pfarrer trügen Epauletten.
    Und Gott wär deutscher General.

    Die Grenze wär ein Schützengraben.
    Der Mond wär ein Gefreitenknopf.
    Wir würden einen Kaiser haben
    und einen Helm statt einem Kopf.

    Wenn wir den Krieg gewonnen hätten,
    dann wäre jedermann Soldat.
    Ein Volk der Laffen und Lafetten!
    Und ringsherum wär Stacheldraht!

    Dann würde auf Befehl geboren.
    Weil Menschen ziemlich billig sind.
    Und weil man mit Kanonenrohren
    allein die Kriege nicht gewinnt.

    Dann läge die Vernunft in Ketten.
    Und stünde stündlich vor Gericht.
    Und Kriege gäb’s wie Operetten.
    Wenn wir den Krieg gewonnen hätten –
    zum Glück gewannen wir ihn nicht!

    Erich Kästner

  15. Helmut Pirkl sagt:

    Hallo, ihr Lieben. Sorry, hoffentlich habt ihr bald alles ausgekotzt, was euch euer Deutschsein versauert und immer wieder daran erinnert, dass ihr im falschen Land geboren und aufgewachsen seid. Nehmt doch lieber Rücksicht auf die armen Asylanten, die zwangsweise zu uns geschickt werden, und denen es hier noch schlimmer als uns ergehen wird, nachdem wir Deutschen ausgestorben sind.

    • Blogwart sagt:

      Richtig Helmut: Die müssen sich an dieses Scheiß-Wetter erst noch gewöhnen.

    • Heidi Preiss sagt:

      Hast Du sehr schön gesagt, Helmut. Hierzu noch ein Zitat, Quelle unbekannt:

      Deutschland, willst du nicht islamisch sein, so schlag ich dir den Schädel ein.

  16. Heidi Preiss sagt:

    Das deutsche Schicksal: vor einem Schalter zu stehn.
    Das deutsche Ideal: hinter einem Schalter zu sitzen.
    (Kurt Tucholsky)

    Der Deutsche, zwischen die Extreme der Welt gestellt, kann selber kein Extremist sein; das ist eine seelische Gegebenheit, an der kein Radikalismus etwas ändert.
    (Thomas Mann)

    Die deutsche Sprache ist die tiefste, die deutsche Rede die seicheste.
    (Karl Kraus)

    Das ist schön bei uns Deutschen; keiner ist so verrückt, dass er nicht noch einen Verrückteren fände, der ihn versteht.
    (Heinrich Heine)

    Im Deutschen lügt man, wenn man höflich ist.
    (Goethe)

    Nie geraten die Deutschen so außer sich, wie wenn sie zu sich kommen wollen.
    (Tucholsky)

    So kam ich unter die Deutschen. Ich forderte nicht viel und war gefasst, noch weniger zu finden.
    (Friedrich Hölderlein)

    Deutsches Volk, du konntest fallen. Aber sinken kannst du nicht.
    (Th. Körner)

    Deutsches Volk, wieviel mehr hast du den Sieg deiner Führer zu fürchten als ihre Niederlage.
    (Thomas Mann)

    Deutschland ist das einzige Land, wo Mangel an politischer Befähigung den Weg zu den höchsten Ehrenämtern sichert.
    (C.v.Ossietzky)

    Deutschland ist eine anatomische Merkwürdigkeit. Es schreibt mit der Linken und tut mit der Rechten.
    (Tucholsky)

    Deutschland ist Hamlet. Ernst und stumm. In seinen Toren jede Nacht, geht die begrabne Freiheit um. Und winkt den Männern auf der Wacht.
    (F. Freilingrath)

    Nimm dich in acht, wenn du durch Deutschland fährst und die Wahrheit unter dem Rock trägst.
    (Bertolt Brecht)

    Die Deutschen haben zwar nicht das Pulver erfunden, wohl aber die Philosophie des Pulvers.
    (Tucholsky).

    So das reicht erst einmal.

    • Kassandra sagt:

      Es gibt wohl kein Volk, das soviel Dreck auf sich selber wirft wie das deutsche. Es hat keinen Stolz und keine Selbstachtung. (von mir)
      Dazu passt:
      „Deutsch sein heißt vielen: amerikanisch, englisch, französisch oder japanisch – aber um alles in der Welt nicht deutsch sein!“ Otto von Leixner(1847 – 1907)
      „Ich wüsste kein Land, in dem so viele Verantwortliche und Funktionsträger mit so großer Lust so schlecht, so negativ über das eigene Land sprechen, wie das bei uns in Deutschland geschieht. Das bleibt nicht ohne Folgen.“
      ―Johannes Rau
      Das ist das Erbe der spießigen Kleinstaaterei, die man heute intensiv fördert.

      • Heidi Preiss sagt:

        Deutschland hat ewigen Bestand.
        Es ist ein kerngesundes Land.
        Mit seinen Eichen, seinen Linden
        werd ich es immer wiederfinden.
        (Heinrich Heine)

        Anmut sparet nicht noch Mühe.
        Leidenschaft nicht noch Verstand.
        Dass ein gutes Deutschland blühe
        wie ein andres gutes Land.
        (Bertolt Brecht)

        Hört sich doch gar nicht so schlecht an, oder?

        • Susi Sorglos sagt:

          Ich zitiere mal noch die anderen Strophen der Kinderhymne…weil es so schön ist 🙂
          Das würde mir gut als Nationalhymne gefallen.

          Anmut sparet nicht noch Mühe,
          Leidenschaft nicht noch Verstand,
          daß ein gutes Deutschland blühe,
          wie ein andres gutes Land.

          Daß die Völker nicht erbleichen
          wie vor einer Räuberin,
          sondern ihre Hände reichen
          uns wie andern Völkern hin.

          Und nicht über und nicht unter
          andern Völkern wolln wir sein,
          von der See bis zu den Alpen,
          von der Oder bis zum Rhein.

          Und weil wir dies Land verbessern,
          lieben und beschirmen wir’s.
          Und das liebste mag’s uns scheinen
          so wie andern Völkern ihrs.

      • Kassandra sagt:

        Noch ein Nachtrag: Ein Gedicht von Günter Kunert

        Die Frage

        Frage einen Milchhändler
        in Paris.
        Was bist du?
        Er wird sagen:
        Ich bin Franzose.

        Frage einen Zeitungsverkäufer
        in New York.
        Was bist du?
        Er wird sagen:
        Ich bin Amerikaner.

        Frageeinen Schiffer
        in Amsterdam.
        Was bist du?
        Er wird sagen:
        Ich bin Niederländer.

        Frage einen Bürger
        in Berlin.
        Was bist du?
        Er wird sagen:
        Ich bin Oberpostausträgeranwärter.

        Das ist zum Lachen?
        Nein,
        Zum Weinen!

        Sagt das nicht alles über uns?

        • Hen Dabizi sagt:

          „Frage einen Bürger
          in Berlin.
          Was bist du?
          Er wird sagen:
          Ich …“ habe keine Ahnung, was ich zur Zeit sein darf!

        • Heidi Preiss sagt:

          Hallo Kassandra,

          bedenke, ab 1945 setzte in Deutschland eine Umerziehung ein und seitdem akzeptieren weite Teile der Bevölkerung, dass sie die „Gesslerhüte“ der Besatzer grüßen müssen.
          Trotzdem, ich kann meinen deutschen Großeltern (kam erst mit vier Jahren zurück nach Deutschland) keine Vorwürfe machen. Wo sollten sie sich informieren? Später gab es dann das CIA-Blatt und Anfang der 50-er das Fernsehen. Doch da wurde auch nur Hirnwäsche betrieben. Die Menschen waren nach dem Krieg doch auch nur mit Aufbau etc. beschäftigt und nach den Gräuel des Krieges gar nicht in der Lage zu hinterfragen.
          Wir sind heute soweit, dass uns z.B. eine Künast sagen darf: „Integration fängt damit an, dass sie als Deutscher mal türkisch lernen.

          So sieht es aus, aber wen wundert es??

  17. Pjotr56 sagt:

    Wenn eine fremde Macht ein Volk ermahnt, die eigene Nationalität zu vergessen, so ist das kein Ausfluß von Internationalismus, sondern dient nur dem Zweck, die Fremdherrschaft zu verewigen.
    Friedrich Engels (1820 – 1895)

    • Erich sagt:

      Bist Du aufgewacht oder schwenkst Du ein Möhrchen? 😉

      • Pjotr56 sagt:

        @Erich
        Tagsüber, oft bis spät in die Nacht bin ich immer hellwach. Möhrchen? Kommt drauf an, wie sie zubereitet sind.

  18. Wolf Köbele sagt:

    „In der Beschränkung zeigt sich erst der Meister“ – bin nach 70 Jahren immer noch Lehrling.
    Deutsche Der Deutsche ist, entgegen der allgemeinen Meinung, in politischen Dingen nicht von Natur aus tüchtig und taugt nur etwas, wenn einer hinter ihm steht. (Sir Charles Petrie, Diplomatie und Macht, 1950, 390)
    Andrej Timofejewitsch Bolotow (1738-1833): Allen Deutschen zum Lob kann man sagen, sie sind überaus wohlwollend und freundlich zu denjenigen Ausländern, die es verstehen, in ihrer Sprache zu reden. (aus dem Siebenjährigen Krieg, 1756. Leben und Abenteuer des A.B. von ihm selbst beschrieben, München 1990 (CHBeck) Bd.1, S.262f.)
    Petrus Canisius über die Deutschen:
    Zunächst müssen wir die Nationalfehler der Deutschen genau kennen. Solche sind eine gewisse Unbeholfenheit im Denken und Urteilen und eine mangelnde Bildung, daher finden sich nur wenige, die für weitere Studien geeignet erscheinen. Dann die Unmäßigkeit im Essen und Trinken, bedingt teilweise durch die anderen klimatischen Verhältnisse, so daß die Deutschen in der ganzen Welt wegen ihrer Trunksucht in schlechtem Ruf stehen. Ferner haben sie einen großen Nationalstolz, Ausländer sind bei ihnen nicht gut angeschrieben, und diese wollen die Deutschen nicht gern als ihre Vorgesetzten haben. Außerdem sind sie, gleichsam als ob das vom kälteren Klima der nördlichen Länder herkommt, in geistlichen Dingen kühl und zurückhaltend; nur wenige scheinen eine natürliche Veranlagung zum betrachtenden Gebet zu haben. (an Aquaviva 1583, zitiert nach: Baumstark Reinhold hg., Rom in Bayern. Kunst und Spiritualität der ersten Jesuiten, Ausstellungskatalog, münchen 1997, S.47)
    Lessing über den deutschen Charakter:
    Fast sollte man sagen, dieser sei: keinen eigenen haben zu wollen. Wir sind noch immer die geschwornen Nachahmer alles ausländischen, besonders noch immer die unterthänigen Bewunderer der nie genug bewunderten Franzosen; alles, was uns von jenseit dem Rheine kömmt, ist schön, reizend, allerliebst, göttlich; lieber verleugnen wir Gesicht und Gehör, als daß wir es anders finden sollten; lieber wollen wir Plumpheit für Ungezwungenheit, Frechheit für Grazie, Grimasse für Ausdruck, ein Geklingle von Reimen für Poesie, Geheule für Musik uns einreden lassen, als im geringsten an der Superiorität zweifeln, welche dieses liebens-würdige Volk, dieses erste Volk in der Welt, wie es sich selbst bescheiden zu nennen pflegt, in allem, was gut und schön und erhaben ist, von dem gerechten Schicksale zu seinem Anteil erhalten hat. –
    Doch dieser locus communis ist so abgedroschen, und die nähere Anwendung desselben könnte leicht so bitter werden, daß ich lieber davon abbreche.
    (Hamburgische Dramaturgie 101.-104. Stück, Kürschner Bd.67, S. 452)
    Lessing: Die Ehre des deutschen Namens beruht am meisten auf dem Ruhm der deutschen Geister.
    Georg Christoph Lichtenberg: Man wird, wenn man achtgeben will, bei den Deutschen die Nachahmung überall finden, freilich bald mehr, bald weniger versteckt. (DNL 141, 144)
    Georg Christoph Lichtenberg: Mich dünkt, der Deutsche hat seine Stärke vorzüglich in Originalwerken, worin ihm schon ein sonderbarer Kopf vorgearbeitet hat; oder mit anderen Worten: er besitzt die Kunst, durch Nachahmen original zu werden, in der größten Vollkommenheit. Er besitzt eine Empfindlichkeit, augenblicklich die Formen zu haschen, und kann sein Murki aus allen Tönen spielen, die ihm ein ausländischer Originalkopf vorgibt. (DNL 141, 152)
    Christian Daniel Friedrich Schubart: Wenn wir die Anekdoten lesen, womit wir von Zeit zu Zeit aus Engelland und Frankreich beschenkt werden, so sollte man glauben, daß es nur allein in diesen glücklichen Reichen Leute mit Leidenschaften gebe. Von uns armen Deutschen liest man nie ein Anekdötchen, und aus dem Stillschweigen unserer Schriftsteller müssen die Ausländer schließen, daß wir uns nur maschinenmäßig bewegen, und daß Essen, Trinken, Dummarbeiten und Schlafen den ganzen Kreis eines Deutschen ausmache, in welchem er so lange unsinnig herumläuft, bis er schwindlicht niederstürzt und stirbt. Allein wann man die Charaktere von seiner Nation abziehen will, so wird ein wenig mehr Freiheit erfordert, als wir arme Deutsche haben, wo jeder treffende Zug, der der Feder eines offenen Kopfes entwischt, uns den Weg unter die Gesellschaft der Züchtlinge eröffnen kann. (Zur Geschichte des menschlichen Herzens, 1775 = DNL 120, S.IV)
    Goethe: Mögen sich doch die fremden Nationen … sagen, dass der Deutsche, so rechtlich und gutmütig er auch sonst sei, noch manchmal launische Anwandlungen von Ungerechtigkeit habe, die er dann ganz unbewunden, als müsse das so sein, an Fremden wie an Landsleuten ausübt. (Frz. Schauspiel in Berlin, in: Kunst und Altertum VI 2, 378 = DNL 111,808)
    Goethe: Der Teutsche ist überhaupt ernsthafter Natur, und sein Ernst zeigt sich vorzüglich, wenn vom Spiele die Rede ist… (Weimarisches Hoftheater 1802 = DNL 111, 720) s.u. bei Schiller „Übertreibung und Einseitigkeit“
    Goethe: Der Deutsche läuft keine größere Gefahr, als sich mit und an seinen Nachbarn zu steigern; es ist vielleicht keine Nation geeigneter sich aus sich selbst zu entwickelt, deswegen es ihr zum größten Vorteil gereicht, daß die Außenwelt von ihr so spät Notiz nahm. (Sprüche in Prosa = DNL 117.2, 527)
    Aloys Blumauer (1755-1798): Ein Deutscher als Chamäleon
    schnappt dort nach fremden Sitten.
    (Vergils Äneis v.4063f. = DNL 141)
    Schiller:
    Die deutsche Muse (1800)

    Kein Augustisch Alter blühte,
    Keines Medicäers Güte
    Lächelte der deutschen Kunst;
    Sie ward nicht gepflegt vom Ruhme,
    Sie entfaltete die Blume
    Nicht am Strahl der Fürstengunst.

    Von dem größten deutschen Sohne,
    Von des großen Friedrichs Throne
    Ging sie schutzlos, ungeehrt.
    Rühmend darf’s der Deutsche sagen,
    Höher darf das Herz ihm schlagen:
    Selbst erschuf er sich den Wert.

    Darum steigt in höherm Bogen,
    Darum strömt in vollern Wogen
    Deutscher Barden Hochgesang.
    Und in eigner Fülle schwellend
    Und aus Herzens Tiefen quellend,
    Spottet er der Regeln Zwang.
    Schiller:
    Übertreibung und Einseitigkeit
    Daß der Deutsche doch alles zu einem Äußersten treibet,
    Für Natur und Vernunft selbst, für die nüchterne schwärmt!
    Reichsländer
    Wo ich den deutschen Körper zu suchen habe, das weiß ich;
    Aber den deutschen Geist, sagt mir, wo findet man den?

    Schiller:
    Zum Jahrhundertwechsel
    (Erster Entwurf:)
    Ew’ge Schmach dem deutschen Sohne,
    Der die angeborne Krone
    Seines Menschenadels schmäht,
    Der sich beugt vor fremden Götzen,
    Nach des Britten toten Schätzen
    Und des Franken lüstern späht!
    Ihm ist das Höchste bestimmt, die Menschheit, die allgemeine, in sich zu vollenden und das Schönste, was bei allen Völkern blüht, in einem Kranze zu vereinen. Und so wie er in der Mitte von Europens Völkern sich befindet, so ist er der Kern der Menschheit, jene sind die Blüte und das Blatt.
    Er ist erwählt von dem Weltgeist, während des Zeitkampfes an dem ewigen Bau der Menschenbildung zu arbeiten, zu bewahren, was die Zeit bringt. Daher hat er bisher Fremdes sich angeeignet und es in sich bewahrt.
    Alles, was Schätzbares bei andern Zeiten und Völkern aufkam, mit der Zeit entstand und schwand, hat er aufbewahrt, es ist ihm unverloren, die Schätze von Jahrhunderten.
    Nicht im Augenblick zu glänzen und seine Rolle zu spielen, sondern den großen Prozeß der Zeit zu gewinnen [ist er berufen]. Jedes Volk hat seinen Tag in der Geschichte; doch der Tag des Deutschen ist die Ernte der ganzen Zeit.
    Jedem Volk der Erde glänzt
    Einst sein Tag in der Geschichte,
    Wo es strahlt im höchsten Lichte
    Und mit hohem Ruhm sich kränzt;
    Doch des Deutschen Tag wird scheinen,
    Wenn die [Völker] sich ereinen
    In der Menschheit schönes Bild.

    Mag der Britte die Gebeine
    Alter Kunst, die edlen Steine
    Und ein ganzes Herkulan.

    Gierig nach dem Kostbarn greifen
    Und auf seiner Insel häufen,
    Was ein Schiff nur laden kann.

    Nimmer werden sie zum Leben
    Auferstehn und sich erheben
    Vom Gestelle,
    Ewig werden sie Verbannte
    Bleiben an dem fremden Strande.

    Denn der Witz hat mit dem Schönen,
    Mit dem Hohen nichts gemein.

    (Anderer Entwurf:)
    Dem, der den Geist bildet, beherrscht, muß zuletzt die Herrschaft werden, denn endlich an dem Ziel der Zeit, wenn anders die Welt einen Plan, wenn des Menschen Leben irgend nur Bedeutung hat, endlich muß die Sitte und die Vernunft siegen, wird rohe Gewalt der Form erliegen – und das langsamste Volk wird alle die schnellen, flüchtigen einholen.
    Die andern Völker waren dann die Blume, die abfällt.
    Wenn die Blume abgefallen, bleibt die goldne Frucht übrig, bildet sich, schwillt die Frucht der Ernte zu.
    (…)
    Finster zwar und grau von Jahren
    Aus den Zeiten der Barbaren
    Stammt der Deutschen altes Reich.
    Doch lebend’ge Blumen grünen
    Über gotischen Ruinen,
    (Einem duft’gen Garten) gleich.

    Schwere Ketten drücken alle
    Völker auf dem Erdenballe,
    Als der Deutsche sie zerbrach,
    Fehde bot dem Vatikane,
    Krieg ankündigte dem Wahne,
    Der die ganze Welt bestach.

    Das ist nicht des Deutschen Größe,
    Obzusiegen mit dem Schwert;
    Vorurteile zu besiegen,
    Männlich mit dem Wahn zu kriegen,
    Das ist seines Eifers wert.

    Höhern Sieg hat der errungen,
    Der der Wahrheit Blitz geschwungen,
    Der die Geister selbst befreit.
    Freiheit der Vernunft erfechten,
    Heißt für alle Völker rechten,
    Gilt für alle ew’ge Zeit.
    Deutschlands Majestät und Ehre ruhet nicht auf dem Haupt seiner Fürsten:
    Stürzte auch in Kriegesflammen
    Deutschlands Kaiserreich zusammen,
    Deutsche Größe bleibt bestehn.
    Nicht aus dem Schoß der Verderbnis, nicht am feilen Hof der Könige schöpft sich der Deutsche eine trostlose Philosophie des Eigennutzes, einen traurigen Materialism, nicht da, wo die Meinung Tugend präget, wo der Witz die Wahrheit wäget. Nicht Redner sind seine Weisen. Darum blieb ihm das Heilige heilig.

    (Weiterer Entwurf:)
    Darf der Deutsche in diesem Augenblick, wo er ruhmlos aus seinem tränenvollen Kriege geht, wo zwei übermütige Völker ihren Fuß auf seinen Nacken setzen und der Sieger sein Geschick bestimmt – darf er sich fühlen? Darf er sich seines Namens rühmen und freuen? Darf er sein Haupt erheben und mit Selbstgefühl auftreten in der Völker Reihe?
    Wo der Franke, wo der Brite
    Mit dem stolzen Siegerschritte
    Über seinen Nacken tritt!
    Schweigend in der Ferne stehen
    Und die Erde teilen sehen.

    Lächelnd naht der goldne Friede,
    Der die Stirne sich belaubt,
    Und mit lorbeerleerem Haupt?
    Ohne Lorbeer, ohne
    Aus dem tränenvollen.
    Ja, er darf’s! Er geht unglücklich aus dem Kampf, aber das, was seinen Wert ausmacht, hat er nicht verloren. Deutsches Reich und deutsche Nation sind zweierlei Dinge. Die Majestät des Deutschen ruhte nie auf dem Haupt seiner Fürsten. Abgesondert von dem Politischen hat der Deutsche sich einen eigenen Wert gegründet, und wenn auch das Imperium untergegangen, so bliebe die deutsche Würde unangefochten.
    Sie ist eine sittliche Größe, sie wohnt in der Kultur und im Charakter der Nation, die von ihren politischen Schicksalen unabhängig ist. – Dieses Reich blüht in Deutschland, es ist in vollem Wachsen, und mitten unter den gotischen Ruinen einer alten barbarischen Verfassung bildet sich das Lebendige aus. Er hat sich längst in seinen politischen Zustand emporgehoben, ein strebendes Geschlecht wohnt in dem alten Gebäude. (Der Deutsche wohnt in einem alten, sturzdrohenden Haus, aber er selbst ist ein edler Bewohner, und indem das politische Reich wankt, hat sich das geistige immer fester und vollkommner gebildet.)
    (Schiller, Werke II, hg. Robert Boxberger, 1889 = DNL 119,207f.)
    Jean Paul: Jetzt ist überhaupt die Zeit, wo der höfliche Deutsche den frankreichischen Grobian, der sonst den Vorsprung hatte, überflügeln kann. (Rektor Fälbel = Werke I 4, 245)
    Jean Paul: Ich weiß besser als ein andrer, welches reiche Warenlager von schönen Materialien zum Lächerlichen dieses Reich ohne sein Wissen aufbehält und welche Frachten von diesem satirischen Stoff ganz roh gegen alle Staatswirtschaft ins Ausland gehen, das uns nachher unsre eigne rohe Produkte, in Satiren verarbeitet, für Sündengeld wieder verkaufet. Könnten wir denn nicht diese Satiren auf uns hier in Deutschland selber verfertigen, um doch den Schlagschatz (= Abgabe für das Münzprägerecht) einzustecken? (Rektor Fälbel, Postskript = Werke I 4, 258)
    Johann Gottfried Seume: Der allgemeine Charakter der Deutschen ist Dummheit und Niedertracht.
    Buchtitel zum deutschen Selbstgefühl:
    Friedrich von Wrede, Dürfen wir uns schämen, Deutsche zu seyn? oder einige Blicke auf Deutschlands Vergangenheit und Zukunft. Nebst einer tabellarischen Übersicht der vornehmsten Erfindungen, welche durch die Deutschen gemacht worden sind, Münster (Waldeck) 1810
    Jean Paul: Die Sparter und die ersten Römer konnten nicht wissen, daß sie groß sind: nur ihre kleinen Nachkömmlinge sahens hinterdrein. So kann es auch sein, daß an unserem Jahrhundert und uns allen viel ist; das können aber nicht wir, sondern nur die fühlen, die uns vergeblich nachsteigen. (Der Jubelsenior, 3. Offizieller Bericht = Werke I 4, 469)
    Joseph Freiherr von Eichendorff (1788-1857): (…) die in Deutschland unsterbliche Sentimentalität, in beständigem Handgemenge mit dem Terrorismus einer groben Vaterländerei (Erlebtes = Kürschner 146.2.2, S.14)
    Arthur Sullivan (1842-1900): Ohne Bier läuft bei den Deutschen gar nichts.
    Rudolf Borchardt (1877-1945): In mir selber … hatte ich Deutschland zu suchen oder zu ergänzen: und sage ich Deutschland, so meine ich die mir durch Sprache und Charakter vorgeschriebene Varietät, durch die allein mir Europa gehörte, – sage ich Europa, die Varietät, durch die mir das Menschliche allein zugänglich war… (Handlungen und Abhandlungen, Bln 1928, 160)
    Rahel Varnhagen: Manche müssen nun immer dümmer, viele noch affektirter, noch deutscher werden! Weit davon ist gut vor dem Schuß! Schuß heißt auch, einen Schuß von Narrheit haben. (Rahel II 109f.)

    Herder über Westfalen: Ich gebe mir hier in Westphalen [Bückeburg] viele Mühe, aber in dem Gottlob! so aufgeklärten Lande, wo nichts singt und alles frißt, ziemlich vergebens. (an Joh.Gg.Merck, Aug. 1771 aus Anlaß seiner Sammlung von Volksliedern)
    Benn: Wesselburen u. Husum sind für Germany ganz respectable Orte, jedenfalls sind dort keine Generäle u. Kulturwalter geboren. (Benn an Oelze 8,10,40)

  19. Erinnerung an Degenhardt sagt:

    Auszug aus ‚Deutscher Sonntag‘

    Da treten sie zum Kirchgang an,
    Familienleittiere voran –
    Hütchen, Schühchen, Täschchen passend
    Ihre Männer unterfassend
    Die sie heimlich vorwärts schieben
    Weil die gern zu Hause blieben!
    Und dann kommen sie zurück
    Mit dem gleichen bösen Blick
    Hütchen, Schühchen, Täschchen passend
    Ihre Männer unterfassend
    Die sie heimlich heimwärts ziehn
    Dass sie nicht in Kneipen fliehn!

    […]

    Und dann die Spaziergangstunde
    Durch die Stadt, zweimal die Runde –
    Hüte ziehen, spärlich nicken –
    Wenn ein Chef kommt, tiefer bücken!
    Achtung, dass die Sahneballen
    Dann nicht in den Rinnstein rollen!
    Kinder baumeln, ziehen Hände –
    Man hat ihnen bunte, fremde
    Fliegen – Beine ausgefetzt –
    Sorgsam an den Hals gesetzt
    Dass sie die Kinder beißen soll’n
    Wenn sie zum Bahndamm fliehen woll’n!

    Franz Josef Degenhardt (1965)

    https://www.youtube.com/watch?v=SGtuPNpyMvg

    Lass ich gerade mal durchgehen, da ich großer Degenhardt-Fan war, obwohl es diese beschriebene Idylle mittlerweile nicht mehr gibt und das war in Luxembourg noch viel schlimmer! Blogwart

  20. Helmut Pirkl sagt:

    Der Blogwart hat Recht. Aber was hindert uns daran, dieses unterwürfige Verhalten, das nicht nur uns Deutschen eigen ist, jederzeit zu ändern?

    Dies ist allerdings nicht so einfach, denn wir Menschen werden von Kind an durch willfährige „Psychotherapeuten“ konditioniert.

    Wie sagte doch schon Joseph Goebbels?
    “Wenn man eine große Lüge erzählt und sie oft genug wiederholt, dann werden die Leute sie am Ende glauben. Man kann die Lüge so lange behaupten, wie es dem Staat gelingt, die Menschen von den politischen, wirtschaftlichen und militärischen Konsequenzen der Lüge abzuschirmen. Deshalb ist es von lebenswichtiger Bedeutung für den Staat, seine gesamte Macht für die Unterdrückung abweichender Meinungen einzusetzen. Die Wahrheit ist der Todfeind der Lüge, und daher ist die Wahrheit der größte Feind des Staates.”

    Und Jim Morrison
    „Wo immer Meinungsverfolgung, Meinungsunterdrückung und Zensur angewandt wird, da wird eine Lüge und etwas das System Bedrohendes geschützt. (Whoever controls the media, controls the mind).”

    Oder Benjamin Franklin
    “Without Freedom of Thought, there can be no such thing as Wisdom; and no such thing as public Liberty, without Freedom of Speech.”

    Und noch viele andere einflussreiche Persönlichkeiten insbesondere aus der Politik wissen genau darüber Bescheid, wie einfach es ist, ihre Untertanen wie pawlowsche Hunde zu konditionieren.

  21. Filer sagt:

    Der Anlass macht mich traurig…

    „Wenn wir uns weiterhin einer Steuerung des Asylproblems versagen, dann werden wir eines Tages von den Wählern, auch unseren eigenen, weggefegt. Dann werden wir zu Prügelknaben gemacht werden.“
    ( Herbert Wehner, auf einer Sitzung des SPD-Vorstandes am 15.2.1982)

  22. humorlos sagt:

    In Deutschland gilt derjenige, der auf den Schmutz hinweist, für viel gefährlicher als derjenige, der den Schmutz macht. (Kurt Tucholsky)

  23. Falkenauge sagt:

    „Das ist nicht des Deutschen Größe, / Obzusiegen mit dem Schwert, / In das Geisterreich zu dringen, / Vorurteile zu besiegen …/ Männlich mit dem Wahn zu kriegen, / Das ist seines Eifers wert!“ (Friedrich Schiller)

    „Die deutsche Nation strebt mit ihrem ganzen Wesen nach Religion, die mit Erkenntnis verbunden und auf Wissenschaft begründet ist. … Wiedergeburt der Religion durch die höchste Wissenschaft, dieses ist eigentlich die Aufgabe des deutschen Geistes, das be­stimmte Ziel aller seiner Bemühungen.“ (Friedrich Wilhelm Schelling)

    „Deutschland bildet das Herzstück Europas, ist im Mittelpunkt seines Körpers, am Gipfel seines Geistes, in den innersten Räumen seines bewussten und unbewussten Wesens: die Quelle seiner erhabensten Musik, Philosophie, Naturwissenschaft, Geschichte, Technik – sie alle sind undenkbar ohne Deutschland. Wenn Deutschland fällt, so fällt Europa. Wenn Deutschland verrückt wird, so wird auch Europa verrückt. Die moralische Gesundheit des deutschen Volkes ist eine der Hauptbedingungen für die moralische Gesundheit Euro­pas, ja für seine Existenz selbst.“ (Salvador de Madariaga: Porträt Europas; Stuttgart 1953, S. 128)

    „Der Himmel erhalte dich, wackres Volk,
    Er segne deine Saaten,
    Bewahre dich vor Krieg und Ruhm,
    Vor Helden und Heldentaten.“
    (Heinrich Heine)

    „Armes, unglückliches deutsches Vaterland! Welche Schande steht dir bevor, wenn du sie erträgst, diese Schmach! Welche Schmerzen, wenn du sie nicht erträgst! Nie ist ein Volk von seinen Machthabern grausamer verhöhnt worden. Nicht bloß, dass jene Bundestagsordonnanzen voraussetzen, wir ließen uns alles gefallen – man möchte uns dabei noch einreden, es geschehe uns ja eigentlich kein Leid oder Unrecht. Wenn ihr aber auch mit Zuversicht auf knechtische Unterwürfigkeit rechnen durftet, so hattet ihr doch kein Recht, uns für Dummköpfe zu halten. “ (Heinrich Heine: Vorrede zu: Französiche Zustände)

    „Aber habt ihr gar keine Furcht, dass dem Narren mal all die Lasten zu schwer werden, und dass er eure Soldaten von sich abschüttelt und euch selber, aus Überspaß, mit dem kleinen Finger den Kopf eindrückt, so dass euer Hirn bis an die Sterne spritzt? …
    Fürchtet euch nicht, ich scherze nur. Der große Narr bleibt euch untertänigst gehorsam, und wollen euch die kleinen Narren ein Leid zufügen, der große schlägt sie tot.“ (Heinrich Heine a.a.O.)

  24. Heli sagt:

    Mit Italien lebt man wie mit einer Geliebten: heute im heftigen Zank, morgen in Anbetung – in Deutschland wie mit einer Hausfrau, ohne großen Zank und ohne große Liebe.

    Arthur Schopenhauer
    (1788 – 1860), deutscher Philosoph

    1933 wollten viele aus Deutschland raus. Heute wollen viel rein. Das muß doch etwas bedeuten.
    Peter Ustinov

  25. Gerd Scholz sagt:

    Ein eigenthümlicher Fehler der Deutschen ist, daß sie, was vor ihren Füßen liegt, in den Wolken suchen. Arthur Schopenhauer

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